Und essen werden wir die Katze

AutorIn: 
Verlag: 
Kremayr & Scheriau
Infos: 
2018
Buchkategorie: 
Österreichische Gegenwartsliteratur

Biografien kann man an- und ausziehen, sich umhängen oder sich daran aufhängen, zumindest literarisch. Meist ist es umgekehrt. Biografien schreiben fest: Afghanische Geflüchtete. Österreichischer Bauarbeiter. Aber wie lange bleibt ein Flüchtling ein Flüchtling? Und warum wird einem Bauarbeiter kein Museum zugetraut?
Nadine Kegele sucht die Leerstellen und Zwischentöne und changiert zwischen Lossagung und Neuschreibung. Sie zerteilt Lebensläufe in ihre Bausteine, verwebt mit dem roten Faden der biografischen Frage Gespräche, Zitate und Nachrichten zu literarischen Texten, näht Buchstaben und Bilder zu Collagen zusammen – und geht dabei weit über die Genregrenzen hinaus. Sie schaut jedem Wort genau auf die Finger, befragt seine vordergründige und versteckte Bedeutung und entblößt Sprache als hochpolitisches Instrument. Jede Erzählung, jedes Bild schärft den Blick auf Gesellschaft und zeugt von einer großen Lust am Finden und Erfinden.

„Wirf Flugzettel ab wie in dem Märchen vom Krieg, wirf sie in dampfende Küchen, in Krabbelstuben, in die Dauerwellen unter den Trockenhauben der Frisiersalons.“

*Die Autorin begleitet ihre Lesungen auf der Ukulele.